Rückblick: tfz Product & System Cluster Insights – Effizient und nachhaltig entwickeln


Diese Erkenntnis, die in der Diskussion nach den Vorträgen auf den Punkt gebracht wurde, zieht sich wie ein roter Faden durch den tfz Product & System Cluster Insights vom 16. Juni 2026 bei der ABNOX AG in Cham: Wer weniger Ressourcen einsetzt, produziert effizienter, und davon profitieren Unternehmen und Kunden gleichermassen. Die Beispiele der beiden Referenten haben das eindrücklich belegt. Doch bevor es um Lösungen ging, stand die Ausgangslage im Raum: 62 Milliarden Kilogramm Elektroschrott fielen 2022 weltweit an. Nur 22,3 % davon wurden ordnungsgemäss recycelt. Und der Schrottberg wächst fünfmal schneller als die Recyclingkapazitäten. Was, wenn die Antwort darauf nicht im Recycling liegt, sondern bereits im Moment, in dem ein Produkt auf dem Reissbrett entsteht?

Nachhaltige Elektronik beginnt mit der richtigen Frage

David Schmid, Head of Regional Development beim CSEM, machte gleich zu Beginn klar: Es gibt keine einzige grüne Lösung. Die entscheidende Frage lautet nicht «Welches Material ist nachhaltiger?», sondern «Wie lange soll dieses Produkt wirklich leben?» Denn je nach Lebensdauer und Use Case braucht es eine völlig andere Strategie. Kurzlebige Produkte in hohen Stückzahlen, etwa im IoT- und Sensorikbereich, stellen besondere Anforderungen an Materialwahl, Fertigung und End-of-Life. Dort fallen Entscheide, die früh im Entwicklungsprozess getroffen werden, später überproportional ins Gewicht.

 

Architekturentscheide können wirksamer sein als die Wahl eines «grüneren» Materials. Das CSEM hat das in konkreten Forschungsprojekten bereits bewiesen. Welche Hebel sich dabei als besonders wirkungsvoll erwiesen haben und wie sich das auf Eure Produktentwicklung übertragen lässt, das gibt es nur vor Ort.

Von der Strategie in die Praxis

Björn Jung, Verantwortlicher Nachhaltigkeit bei Thermoplan, zeigte, wie ein Schweizer Industrieunternehmen Nachhaltigkeit nicht als Pflichtübung, sondern als strategischen Wettbewerbsvorteil begreift. Der Schlüssel: Nachhaltigkeit muss in der Produktentwicklung verankert sein, denn rund 80 % des ökologischen Einflusses werden bereits in der Konzeptphase festgelegt. Thermoplan setzt dabei auf Modularität als Kernprinzip, bereits seit 1998. Austauschbare Module ermöglichen Reparaturen, verlängern Lebenszyklen und schaffen die Grundlage für zirkuläre Geschäftsmodelle, die sich ökologisch und wirtschaftlich lohnen.

Kreislaufwirtschaft senkt zwar die Materialkosten deutlich, erhöht aber gleichzeitig Transport- und Personalaufwand. Ob und wie sich das rechnet und was es braucht, damit Qualität und Kreislauffähigkeit wirklich zusammengehen, das behalten wir bewusst für die nächste Runde.

Austausch mit Tiefgang

Was den Anlass besonders gemacht hat, war die Mischung aus Forschungsperspektive und gelebter Unternehmenspraxis. Bei der anschliessenden Diskussion wurden die Impulse lebhaft weitergedacht, mit Fragen, die zeigten, wie präsent das Thema in den Unternehmen der Teilnehmenden bereits ist.


Ein herzliches Dankeschön an die ABNOX AG für das Gastrecht und den idealen Rahmen für diesen Austausch.


Du warst nicht dabei?
Dann weisst Du jetzt, was Dich erwartet, wenn Du das nächste Mal vor Ort bist. Echte Impulse mit Tiefgang, Menschen die genauso denken wie Du, und Inhalte, die man nirgendwo anders bekommt. Wir freuen uns, Dich beim nächsten tfz-Event begrüssen zu dürfen.